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  Freddy Quinn
   
 

Biographie


Freddy wurde am 27.September 1931 in Wien geboren. Seine Mutter, Edith Nidl, war als Journalistin tätig. Den Vater des kleinen Freddy- ein Kaufmann irischer Abstammung - hatte sie zwei Jahre zuvor während ihres Volontariats beim “Hamburger Fremdenblatt” in der Stadt an der Alster kennengelernt. Zur Eheschließung kommt es erst drei Jahre nach Freddy`s Geburt.


Kurz darauf nimmt der Vater eine Urlaubsreise zum Anlaß, sich mit seinem Sohn in die USA abzusetzen. Die beiden lassen sich in Morgantown, West Virgina, nieder, wo Freddy die Schule besucht und ordentlich amerikanisch lernt. 1938 bekommt die Mutter im fernen Wien das Sorgerecht für ihren einzigen Sohn zugesprochen, und Freddy muß per Schiff zurück in die alte Heimat.


Die Mutter, Herausgeberin von Zeitschriften, verheiratet sich neu mit dem 36 Jahre älteren Rudolf - Anatol Freiherr von Petz. Den mag Freddy überhaupt nicht. Noch heute erinnert er sich ungern an
seinen
Stiefvater, von dem er glaubt, daß er seine Mutter nur wegen des Geldes geheiratet hat. Nur schwer fügt er sich in das neue Familienleben und besucht fortan die Schule. Das Ende des zweiten Weltkrieges erlebt Freddy in Ungarn , wohin er im Zuge der damals üblichen Kinderlandverschickung kam.


Mit anderen Flüchtlingen macht er sich auf den Weg nach Westen, sie wollen nicht der näherrückenden Roten Armee in die Hände fallen. Im tschechischen Pilsen stoßen sie schließlich auf die Truppen der Amerikaner. In einer Fantasieuniform als Musiker des Jungvolk-Fanfarenzugs, dem er inzwischen angehört, stellt Freddy sich den GI`s in perfektem Englisch als Amerikaner vor. So wird er noch im Mai 1945 mit einer Militärmaschine nach Paris geflogen, von dort nach Antwerpen befördert, von wo er per Schiff nach Amerika geschickt wird.


Auf Ellis Island, der Sammelstelle für Kriegsflüchtlinge vor New York, ist seine Reise zu Ende. Die amerikanischen
Einwanderungsbehörden
finden heraus, daß sein Vater bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, und postwendend wird der 14-jährige per Schiff wieder nach Europa gebracht.


Zunächst muß er einige Monate in Antwerpen verbringen, in einem Heim für schwer erziehbare Jugendliche, bis seine Papiere geklärt sind und ein Militärtransport ihn mit zurücknimmt nach Österreich. Die Zeit im Heim nutzt Freddy. Er lernt flämisch und französisch dazu.


Wieder zuhause in Wien wartet eine neue Schule auf ihn. Er besucht anfangs ein humanistisches Gymnasium, daß er ziemlich schnell wieder verlassen muß, weil er sich nicht wie ein Musterschüler verhält. Die nächste Station heißt “Albert-Gymnasium”, doch Freddy hält sich mehr auf dem Schwarzmarkt der Stadt auf, als die Schulbank zu drücken. In den Clubs der Amerikaner macht er derweilen Musik und klimpert Boogie auf dem Klavier. Dafür bekommt er US-Zigaretten, die er in der Zone der Sowjets gegen Kunstdruckpapier
eintauscht, das seine
Mutter für ihre Zeitschriften gut gebrauchen kann.

Bald darauf heuert er als Saxophonspieler bei einem Wanderzirkus an. Dort ist Freddy für fast alles zuständig. Beim Auf- und Abbau muß er helfen, einen Traktor lenken und abends bei der Vorstellung Musik machen. Da darf er sich “Kapellmeister” nennen, schließlich ist er der Kopf der Zwei-Mann-Formation. Da für eine glitzernde Uniform das Geld fehlt, bekommt er ein Laken übergezogen, ein Band um die Stirn und wird als “arabischer Saxophonist und Orchesterleiter” angesagt. Das arabische Märchen geht solange gut, bis Freddy einen Hinweis bekommt, daß sein Stiefvater ihn polizeilich suchen läßt, denn Freddy war des nachts heimlich von zuhause fortgelaufen.


Per Auto- u.Schiff-Stop setzt er sich über Rom, Tunis, Algier und Oran ins algerische Sidi-bel-Abbes ab. Immer hat er seine Gitarre dabei und verdient sich die eine oder andere Mark auf den Stationen seiner Reise. So auch in einem
Cafe in Sidi-bel-Abbes, das
vorwiegend von den dort stationierten Söldnern der Fremdenlegion besucht wird. Freddy will zur Fremdenlegion, obwohl ihm ein Ausbilder der Garnison dringend davon abrät. Da Freddy aber nicht abzubringen ist, schlägt der Ausbilder ihm einen Deal vor: Für sechs Wochen soll er bei einer Grundausbildung mitmachen und wenn er die übersteht -sei`s drum- müsse er tun was er nicht lassen kann. “Im Prinzip war ich eigentlich gegen das Militärhandwerk und auch überhaupt kein Befehlsempfänger”, erinnert er sich heute an seine Zeit in Nordafrika. Nach drei Wochen Söldner-Drill gibt Freddy auf: Die Ausbildung war die Hölle, Gepäckmärsche durch die Wüste, nur wenig Wasser und schwere Waffen dabei, dazu die brennend heiße Sonne und den
ständigen Befehlen ausgesetzt :Fron! Er bekommt seine Papiere zurück und -einmalig in der Geschichte der Fremdenlegion- darf er wieder gehen.


Der 19jährige trampt nach Casablanca, jobbt dort kurzfristig in der
Bibliothek des amerikanischen
Konsulats, kann sich schließlich eine Schiffspassage nach Marseille leisten und fährt weiter nach Paris. Hier spielt er einige Monate in den Cafes und Kneipen an der Place Pigalle und kommt -nach einer Zwischenstation in Rotterdam nach Hamburg.



Wir schreiben inzwischen das Jahr 1951 und Freddy startet seine Musiker-Karriere in der Washington-Bar auf St.Pauli. Im November 1954 werden dort Talentsucher der Firma “Polydor” auf ihn aufmerksam und man bietet Freddy einen Ausbildungsvertrag für 2 Jahre an. Dieser Vertrag sichert ihm eine kostenlose Gesangsausbildung zu und garantiert dem Anfänger ein Honorar von DM 240,-- pro Lied falls es zu einer Schallplattenaufnahme kommen sollte. Der Erfolg kommt mit Heimweh - das am 22. Februar 1956 in der Hamburger Musikhalle eingespielt wird. Es war der Beginn einer beispiellosen Karriere. Freddy ist der erfolgreichste Schlagersänger der Nachkriegszeit. Er hat über 1000 Titel
aufgenommen und fast 60 Millionen Tonträger
verkauft.



Quelle: Freddy Quinn "Fernweh - Sehnsuch"
Autor: Elmar Kraushaar
www.freddy-quinn-club.de


A K T U E L L
08.01.2002 +++ Freddy Quinn - eine Legende wider Willen
TV MDR Freitag, den 11.1.2002, 22.00 Uhr
Als Kind büchste er aus in den Zirkus, in der Fremdenlegion war er auf "Schnupperkurs", als Sänger Freddy gab er dem Fernweh der deutschen Nachkriegsgesellschaft Gesicht und Stimme. 70 Jahre ist er vor kurzem geworden, aber in Rente geht er noch lange nicht. Im Gegenteil: Er tourt mit seinem Programm "Große Freiheit" durch die Lande und kommt mit seinen "Liedern, die das Leben schrieb" demnächst nach Dresden und Leipzig. Er ist eine Legende in der Unterhaltungsbranche seit den 50er Jahren. Doch dagegen versucht er sich zu wehren - mit neuen Vorhaben.




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